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| Newsletter 01.09.2026 |
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Marx sagt, die Revolutionen seien die Lokomotive der Weltgeschichte. Aber vielleicht liegt die Sache ganz anders. Vielleicht sind die Revolutionen der Griff des in diesem Zuge reisenden Menschengeschlechts nach der Notbremse. Locomotive BreathDass diejenigen, die vorne im Führerstand der Lokomotive sitzen, die Notbremse ziehen werden, ist nicht zu erwarten. Das Gegenteil ist der Fall. Alle Anzeichen deuten daraufhin, dass man zu der Übereinkunft gekommen ist, sich des im Zug reisenden Menschengeschlechts zu entledigen und es seinem Schicksal zu überlassen. Nicht aus Unfähigkeit, wie viele glauben, die das aktuelle Regierungshandeln bewerten, nicht aus Bösartigkeit (was nicht heißt, dass moralische Verkommenheit nicht hilfreich ist), sondern weil ihnen angesichts der Situation keine andere Wahl bleibt. Weil sich die Gesetzmäßigkeiten unseres politisch-ökonomischen Systems, wie der von Benjamin erwähnte Karl Marx einmal feststellte, hinter dem Rücken seiner Akteure vollziehen, alle der permanenten Konkurrenz und somit dem Zwang in dieser zu gewinnen ausgeliefert sind. Der Shareholder, seien es große Fonds oder kleine Privatanleger, kann nicht moralisch handeln. Beide sind dazu verdammt den Wert ihrer Anteile zu schützen und zu mehren. Alles andere heißt, ein schlechtes Geschäft zu machen. Und die Eingrenzung der Klimakatastrophe, sowie die notwendigen Maßnahmen, ihre Folgen abzumildern, sind eben kein gutes Geschäft. Beides würde Kooperation statt Konkurrenz voraussetzen und somit das Grundprinzip unseres Wirtschaftssystems in Frage stellen. Dem in Richtung Katastrophe reisende Menschengeschlecht hat man derweil erfolgreich beigebracht, dass der wahre Feind nicht diejenigen sind, die die Lokomotive mit immer rasender Geschwindigkeit in Richtung Abgrund steuern, sondern die aus dem Waggon vor oder hinter dem eigenen, die aus dem Abteil nebenan, der Sitznachbar, der auch einen Teil der Armlehne für sich beansprucht. Die Armen, die Flüchtlinge, die Elenden, die Gescheiterten, die Kranken, die Alten, die Schwachen, die, die einfach nur anders sind, als man selbst. Also wird der Zug mit unverminderter Geschwindigkeit weiter rasen. Bis zum bitteren Ende. Die Fenster sind verriegelt, die Türen zugeschweißt und die Griffe der Notbremse demontiert. Link:Die Erdzestörer (Dokumentation, Frankreich, 2019) |
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